EWE-Armaturen aus Braunschweig zeigt, wie die Virtualisierung auch in Unternehmen mit weniger als 100 PC-Arbeitsplätzen sehr effektiv eingesetzt werden kann.

EWE-Armaturen hatte früher für wichtige Anwendungen wie ERP, Zeiterfassung, Dokumentenmanagement, Zeichnungsverwaltung mehrere einzelne Server im Einsatz, um eine hohe Verfügbarkeit zu gewährleisten und Konflikte mit anderen Anwendungen zu vermeiden. Mit dem laufenden Wachstum des Unternehmens wurden weitere Anwendungen und weitere Server notwendig.
„Die Auslastung der einzelnen Server war gering. Mit weniger als 50 PC-Arbeitsplätzen und 15 Notebooks hatten wir auch keine große Last im Netz. Durch die Konsolidierung der Server wollten wir die EDV deshalb deutlich effizienter machen“, berichtet der IT-Leiter Michael Dobrunz. Bedingt durch die Größe des Unternehmens war zunächst unklar, ob sich eine Server-Virtualisierung rechnen würde.
Michael Dobrunz hatte seine Ideen für die Server-Virtualisierung frühzeitig mit den Experten von BEL NET abgestimmt: „Es zeigte sich sehr schnell, dass BEL NET sehr viel Virtualisierungs-Know-how einbringen konnte. So haben wir gemeinsam einen kostengünstigen Einstieg entwickelt. Die Virtualisierung wurde dann eines der reibungslosesten Projekte, die ich je hatte.“
Die Anfangslösung mit einem VMware ESX-Server mit internem Speicher wurde 2006 implementiert. Damals noch teure Lösungen, etwa zur Hochverfügbarkeit, waren nicht notwendig und außerdem unwirtschaftlich. Trotzdem war die Lösung so konzipiert, dass sie jederzeit erweiterbar war.
Der Erweiterungsbedarf ergab sich durch das schnell wachsende Datenvolumen. Das Dokumentenmanagement sorgt für die Archivierung aller Dokumente. Mit der Entscheidung, Belege auch farbig zu archivieren, erhöhte sich das Speichervolumen schnell. Für den jederzeitigen Zugriff auf die Dokumente wurde ein SAN (Storage Area Network) mit einem zweiten ESX-Server aufgebaut, mit inzwischen 11 virtuellen Servern und einem IBM-SAN mit 1,5 TB.
„Untern Strich haben wir eine sehr effiziente und kostengünstige Virtualisierungs-Lösung erreicht“, bewertet der IT-Leiter die Ergebnisse. Er verweist auf die gute Ressourcenausnutzung mit der Reduktion von 11 auf 2 physische Server. Wo früher durch Probleme mit einem einzelnen Dienst auf einem gemeinsamen Server auch alle anderen Anwendungen neu gestartet werden mussten, sind heute alle EDV-Dienste in virtuellen Servern störungsfrei voneinander getrennt. Durch die reduzierte Anzahl physischer Maschinen konnte ebenfalls viel für die Energiebilanz getan werden.
Michael Dobrunz bezeichnet das Thema Desktop-Virtualisierung noch als Versuchs-Projekt. Er hat vier XP-Clients auf virtuellen Maschinen in der VMware Umgebung installiert. Die Anwender nutzen ihre Anwendungen nicht mehr auf normalen Desktop-PCs, sondern greifen jetzt über kostengünstigere Thin-Clients per Remote-Desktop-Sitzung auf die virtuellen Clients zu. Die ersten Erfahrungen sind gut. Wenn demnächst Ersatzbeschaffungen von Desktop-Rechnern anstehen, kann sich die Kostenbilanz sehen lassen: Bei den Hardwarekosten rechnet der IT-Leiter mit erheblichen Einsparungen. Außerdem ist der Wartungsaufwand durch die zentral verwalteten und beliebig duplizierbaren virtuellen Maschinen geringer. Schließlich sind Thin-Clients flexibler einsetzbar mit deutlich geringeren Energiekosten.
Auch für Unternehmen in der Größe von EWE-Armaturen rechnet sich nach den Erfahrungen von Michael Dobrunz der Einsatz von Virtualisierungs-Lösungen: „Unsere EDV wurde leistungsfähiger, virtuelle Maschinen sind flexibler einsetzbar und wir haben eine kostengünstige Umsetzung.“
Er hebt besonders hervor, das BEL NET ein sehr solides schlüsselfertiges System installiert habe, das seit der Inbetriebnahme noch nicht einmal ausgefallen ist.

EWE-Armaturen hat sich mit ca. 100 Mitarbeitern auf die Produktion von Armaturen und Rohrleitungszubehör für Wasser und Gas sowie auf Abwasser-Hausanschlüsse spezialisiert. Das Unternehmen ist Mitglied der KIM Kooperationsinitiative Maschinenbau in der Region Braunschweig.