
Das Wolfsburger Krankenhaus setzt neue Standards in Punkto Sicherheit, Integration und Administration
Medizintechnik und IT wachsen immer mehr zusammen. Auch das Klinikum der Stadt Wolfsburg baut sein IT-Netzwerk deshalb komplett um. Durch die Modernisierung werden nicht nur Arbeitsprozesse optimiert und die medizinische Versorgung der Patienten verbessert, auch die Kosten lassen sich auf diese Weise deutlich senken. Im Zuge der Änderungen wird auch gleich die Anbindung an das künftige Telematiknetz der elektronischen Gesundheitskarte mit vorbereitet, was hohe Anforderungen an die Netzsicherheit, die Verfügbarkeit der IT und die Geschwindigkeit des Datenaustauschs stellt. Um das zu gewährleisten, wurde der Cisco Premier Partner BEL NET mit der Neustrukturierung des Netzwerks beauftragt.
Der erste Schritt war die Konzeption der neuen Netzstruktur auf Basis eines mit der Cisco Catalyst Switching-Technologie betriebenen, konvergenten IP-Netzes. Das System dient als Integrationsplattform für Standard-Applikationen und verschiedene Fachverfahren des Gesundheitswesens. Durch die Einführung logischer Segmente zur separaten Anbindung von medizinischen Geräten und Bürotechnik über dasselbe physikalische Netzwerk wurden viele Abläufe und auch die Fehlersuche vereinfacht.
Der erste Klinikbereich, der davon profitierte, war das neue Krankenhaus-Labor. Die ersten Erfahrungen bestätigen, dass die Netzstabilität gestiegen und der Administrationsaufwand um 50 Prozent gesunken ist.
Ein weiterer Schritt zur Modernisierung der IT war der Umzug des Klinik-Rechenzentrums in das Rechenzentrum der Stadt Wolfsburg, wo jetzt das zentrale Krankenhausinformationssystem (KIS) untergebracht ist. Den optimalen Zugriff stellte BEL NET mit einer redundanten, schnellen Verbindung sicher. Die Herausforderung bestand dabei in der Realisierung einer hohen Bandbreite mit zwei voneinander unabhängigen Strecken über eine Entfernung von mehr als 10 km und der Übertragung der Daten mit einer möglichst geringen Latenzzeit.
Die Anbindung wurde so konzipiert, dass der Datenverkehr auch im Störungsfall mit geringst möglichen Paketverlusten unterbrechungsfrei weiterläuft. Dafür sorgen ein schnell konvergierendes Routing-Protokoll, eine Mehrpfadnutzung und zwei 10 Gigabit Ethernet-Glasfaserverbindungen zwischen dem Klinikum und dem neuen Standort des KIS. Die Voraussetzung dafür wurde durch die Neuorganisation der Netzknoten und den Ersatz veralteter Glasfaserstrecken durch neue aktive Technik gelegt.
Im Aufbau ist ein Radiologieinformationssystem (RIS) mit digitalem Bildarchivierungssystem (PACS). Der behandelnde Arzt kann damit künftig schneller und einfacher auf die digitalisierten und archivierten Röntgenaufnahmen zugreifen. Für den mobilen Datenabruf durch den Arzt und die soll ein WLAN-Netz installiert werden. Das medizinische Netz wird in der Wireless-Infrastruktur strikt vom WLAN für die Wartung der Geräte und dem geplanten WLAN für die Patienten getrennt. Das Funk-Netz ist zusätzlich so konzipiert, dass es notfalls auch als Ersatz für das Kabelnetz dienen kann.
Beim Neuaufbau der Netzstruktur wurden bewusst hohe Standards für die Sicherheit und Verfügbarkeit des Netzes gesetzt. Dazu zählen unter anderem die zentralisierte Administration und Überwachung der Netze, die sichere Authentifizierungen, die komplette Redundanz und getrennte Pfade, Hochverfügbarkeitslösungen, Notfallkonzepte sowie eine USV mit Notstromdieselaggregaten.
Lothar Kühner, IT-Leiter des Klinikums, sieht die komplette Neustrukturierung der Klinik-IT auf dem besten Weg zum pünktlichen Projektabschluss bis Ende 2010. Er sagt: „Einen guten Anteil am reibungslosen Ablauf hat unser IT-Dienstleister BEL NET, der uns sehr verlässlich und mit hoher Kompetenz unterstützt.“ BEL NET war nach einem Vergleich von 19 Dienstleistern aufgrund der Qualifikation und Erfahrung seiner Netzwerkexperten, seiner schnellen Reaktionsfähigkeit und seiner Referenzen ausgewählt worden.
Das Klinikum der Stadt Wolfsburg ist mit 13 spezialisierten Kliniken und Instituten und 1.660 Mitarbeitern eines der größten Krankenhäuser Niedersachsens. Es ist Lehrkrankenhaus der Medizinischen Hochschule Hannover und versorgt in seinem Einzugsgebiet ca. 180.000 Einwohner.